Ausgeräubert!

Beobachtungen zur Informationsveranstaltung des KSC vom 19.01.2010

Sehr schön, dass man einen Termin gewählt hat, den man mit dem schon länger festgelegten Testspiel gegen die “Schanzer” aus Ingolstadt verbinden konnte und sich somit gleich ein recht gutes Bild vom Leistungsstand unseres “A/B-Kaders” machen konnte. Zudem tummelten sich da schon am Nachmittag Spielerberater, Pressevertreter, Co-Trainer, Sportdirektoren und deren Stellvertreter in spe, verletzte Profis, angeschlagene Amateure, verheißungsvolle Talente und natürlich einige hundert Hobbytrainer. Mit ein wenig krimineller Energie wäre es mir gelungen, die Arbeitspapiere von Herrn Schröder (neu im Trainerteam) zu fotografieren oder das Gespräch mit B.Reich mitzuschneiden, um es als Mahnmal der negativen Außendarstellung den Gazetten zum Fraß bzw. der Verwertung zu zuführen. Ich zog es vor, die Situation zu genießen, mal wieder so nah dran zu sein und konzentrierte mich darauf den Spielern, die 1m vor mir an der Außenlinie entlang sprinteten, auf die Füße zu schauen und nach Kabinettstückchen im Umgang mit dem runden Leder Ausschau zu halten und als Einer der ersten zu wissen, welchen Trainerschein der Neue nun hat. Nichts Außergewöhnliches für mich, so geht es nun mal zu auf dem Sportplatz, oder?

Auf dem Weg zum Clubhaus sehe ich gerne Dinge, die man eigentlich gar nicht sieht oder sehen soll. Da liest man einen “Dohmen raus”-Schriftzug auf einem Stromkasten, der die letzte Säuberungsaktion kurz vor Beginn der Hinrunde überstanden hat und da wundert man sich über an Dampfmaschinen erinnernde Aggregate, die wohl in Zusammenhang mit der Rasenheizung des Trainingsplatzes stehen. Jaja, genau die Rasenheizung über die so viel geschrieben wurde, die Rasenheizung deren Bedienung wohl nicht einwandfrei funktioniert hat im letzten Winter bzw. man nach langem Hin- und Her feststellen musste, dass ein wesentliches Bauteil nicht vorhanden war und daher auch kein ordentlicher Betrieb möglich war. Es ist aber auch wohl die Rasenheizung, die uns Herr Raase in seiner Abschiedsrede neben der Schaffung des Kunstrasenplatzes und anderen realisierten “Großbauprojekten” in Erinnerung gerufen hat, aber leider nicht daran dachte, das zum Betrieb notwendige Aggregat in der Bilanz zu aktivieren. Wenn ich mich recht erinnere, hat man ja im vergangenen Jahr noch schwarze Zahlen geschrieben, da hätte die Anschaffung bzw. eine Rückstellung oder gar Sonderabschreibung dieser Position durchaus Sinn gemacht. Es kam ja dann, wie es kommen musste und rechtzeitig zum Wintereinbruch Mitte Dezember 2009 hatte man das Problem wieder zur Diskussion anstehen. Nur dieses Mal war die Verantwortung schnell geklärt, da das Bauteil wohl immer noch nicht angeschafft wurde und dies natürlich glasklar in der Verantwortung des neuen Präsidiums lag.

Schön, dass der Informations-Abend uns hier Aufklärung verschafft hat und wir nunmehr um die Existenz des Aggregates wissen bzw. die Aktivierung in der nächsten Bilanz vorfinden werden. Noch schöner, dass wir ab 15. Februar über mehr Kompetenz im betriebswirtschaftlichen Bereich des Vereins verfügen und in Zukunft mit solchen Positionen etwas professioneller umgehen werden, zumindest kann man das anhand der Vita des Markus Kalusche erwarten, auch wenn dieser bisher “nur” in der zweiten Reihe gearbeitet hat. Sehr unlöblich übrigens, wie die BNN diesen Umstand dokumentiert “Während Kalusche auch in Aachener Kreisen als weitgehend unbeschriebenes Blatt gilt….”, ein wenig mehr Sportsgeist hätte man da schon erwarten können oder hat man da nur oberflächlich recherchiert? Aachen-Fahrer unter den KSC-Fans wurden bereits auf dem Parkplatz auf diesen “Transfer” hin angesprochen und die in Bielefeld beheimatete NEUE WESTFÄLISCHE widmet der “Bilderbuch-Karriere” des Herrn Kalusche sogar einen eigenen Artikel.

So richtig spannend war dann die Bekanntgabe des neuen sportlichen Leiters Arnold Trentl auch nicht mehr, zumal bereits am Nachmittag die Meldung durchgesickert ist. Ob das nun aufgrund einer persönlichen Information an die Karlsruher Presse am Rande des Testspiels oder durch verfrüht versendete Pressemeldungen zustande kam, ist letztlich nicht von Bedeutung, sollte aber ins Aufgabenheft für die Zukunft übernommen werden, denn schließlich sollten die Mitglieder diese Information als Erste erhalten.

Auch wenn man diese Besetzung nun mit Vorbehalten betrachten kann, denn schließlich hat man “frisches Blut” erwartet. Das vorgetragene Konzept, dass nach Aussagen von A.Trentl und Vize-Präsident Arno Glesius in Belek zusammen mit Trainer M.Schupp erarbeitet wurde, in Zukunft noch mehr auf die eigenen Talente zu bauen, macht aber durchaus Sinn. Gerade wenn man den Nachmittag in der Kälte auf Platz 2 verbracht hat und sich ein eigenes Bild vom Leistungsstand unserer Nachwuchskicker gemacht hat, kann man diese Bestrebungen nachvollziehen. Sofern die interne Koordination zwischen den Trainern klappt und man klare Vorgaben erstellt, die Trainingsbedingungen nachhaltig verbessert und auch für eine einem Profiverein ebenbürtige Infrastruktur schaffen kann, könnte dies ein gängiges Konzept für eine gesicherte Zukunft darstellen und uns vielleicht auch mal wieder finanziell profitieren lassen, wenn uns ein Talent den Rücken kehrt, um sein Glück in der Ferne zu suchen.

Wie Präsident Paul Metzger betonte, ist aber auch dieser Teil des Konzepts stark abhängig von der finanziellen Situation des KSC bzw. von in der Zukunft zu generierenden Mehreinnahmen. Ähnlich wie in der Vereinsführung soll auch dieser Bereich zweigeteilt angegangen werden, indem man einerseits mit einem professionellen Vermarkter zusammen arbeiten will, den Nahbereich um Karlsruhe herum (50 Km Umkreis) andererseits durch eigene Mitarbeiter (Julia Reuss) bzw. freie Mitarbeiter (Kerstin Müller) und Claudius Zajac bearbeiten möchte.

Die wesentliche Entscheidung, um dem KSC schnell Planungssicherheit zu verschaffen und damit einhergehend auch schnell liquide Mittel zur Realisierung von erarbeiteten Konzepten zu Verfügung zu stellen, steht nun unmittelbar bevor. Der außergerichtliche Vergleich mit Michael Kölmels MK-Medien MUSS nun endlich ausgearbeitet und vom Verwaltungsrat abgesegnet werden, die anstehenden Anwaltshonorare sollten gemäß der Wortmeldungen aus dem Auditorium dringend hinterfragt werden. Die Dringlichkeit dieses Sachverhaltes unterstrich auch die Wortmeldung von Prozessbeobachter Dr. Greschner, sowie weiteren Herren aus dem Freundeskreis des KSC bzw. dem Auditorium.
Den meisten Applaus erntete allerdings Herr Siegfried Hauf, der sehr eindringlich an die “Heckenschützen” appellierte, dem Präsidium die für ihre Arbeit notwendige Zeit und Rückendeckung zu geben und die lästigen Störfeuer nun endlich zu unterlassen. Ob dieser Appell letztlich sein Ziel erreicht hat bleibt zweifelhaft, denn schon am 20.01.2010, also dem Tag nach der Veranstaltung, berichteten die Tageszeitungen der Region nur zaghaft von den Ereignissen des Abends. Man zog es vor die Reaktion von Demir Hotic auf die Einigung mit A.Trentl in den Vordergrund zu stellen, selbstredend ohne ein Wort darüber zu verlieren, dass Herr Hotic für sein übersteigertes Geltungsbewusstsein in Kaiserslautern bereits mehrfach für Schlagzeilen ähnlicher Machart gesorgt hat und es zudem dazu auch eindeutige Stellungnahmen des Präsidiums siehe Gastkommentar von Florian Töbe gegeben hat.
Eigentlich konnte man diese Reaktion aber bereits erahnen, wenn man in die betroffenen Gesichter der Pressevertreter geschaut hat, die es im Übrigen vorgezogen haben, sich mit den in verschiedenen Web-Foren agitierenden Kritikern zu solidarisieren und am Informations-Abend mit keiner einzigen Frage die Verantwortlichen des KSC zu belangen. Der geneigte Leser dieser Zeilen möge sich bitte seinen Teil dazu denken!

Egal, wie nun dieses Fazit ausfällt, der Abend sollte auch den Kritikern klar gemacht haben, dass es Herrn Metzger sehr wohl bewusst ist, nicht immer richtig und glücklich gehandelt zu haben, er aber mit sehr viel Engagement die Herausforderung angenommen hat, um sich den vielfältigen Aufgaben anzunehmen. Der Verein wird und soll sich wandeln. Hin zu mehr Transparenz für die Mitglieder, mehr Mitspracherecht für die Gremien, mehr Dienst am Kunden, jenseits alter Seilschaften und deren Klüngel.

Ach und eines noch…
Es wäre wünschenswert, wenn der Verwaltungsrat zu den Ereignissen der letzten Woche Stellung bezogen hätte und sich mal ausnahmsweise öffentlich zu den Entscheidungen bekennen würde. Mittlerweile hat es den Anschein, dass der Verwaltungsratsvorsitzende Peter Mayer nur noch dann seine Auftritte plant, wenn sich die Möglichkeit ergibt dem jeweiligen Entscheidungsträger ordentlich in die Suppe zu spucken.

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