Lüppo Cramer – “Der dritte Mann!”
Wer kann sich nicht daran erinnern, an das Harry-Lime-Thema auf der Zither gespielt und Harry Lime himself, dargestellt vom legendären Orson Welles.
Wikipedia schreibt dazu:
Die Handlung spielt in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg. Wien ist in Besatzungszonen der vier Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Frankreich, Vereinigtes Königreich aufgeteilt und wird von diesen verwaltet. Eine fünfte internationale Zone wird von allen vieren gemeinsam verwaltet. Der Schwarzhandel blüht, und wer sich gegen die Banden stellt, landet in der Donau.
Den KSC kann man natürlich nur schwer mit einer Besatzungszone gleich setzen, aber bei näherem Hinsehen finden sich doch einige Parallelen. Am Mittwoch, den 17.11.2010 stellen sich die Kandidaten für die Präsidentschaft in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Wahl und eigentlich war das “Feld bestellt”, da der derzeitige Notpräsident Ingo Wellenreuther sich in einem Paket mit zwei Vizepräsidenten anbot und es sich vermeintlich nur noch um eine Formsache handeln würde, das Präsidium zu besetzen. Im gewohnten Gleichklang wechselt die lokale Presse zwischen Erfolgsmeldungen des Notpräsidenten und der Suggestion über Sinnlosigkeit von weiteren Bewerbungen für das Präsidentenamt, sodass sich potentielle Kandidaten bereits im Vorfeld gegen eine Kandidatur entschieden haben.
Doch kurz vor Bewerbungsschluss erdreistete sich doch tatsächlich noch ein Bewerber seine Unterlagen im Briefkasten der Geschäftsstelle zu versenken und damit ein mittleres Feuerwerk im Verein zu entzünden. Lüppo Cramer, seit 9 Jahren im Verwaltungsrat des KSC stellt sich der Wahl und öffnet damit sicher auch das ein oder andere blau-weiße Herz. Lüppo Cramer hat sich spontan bereit erklärt sich unseren Fragen zu stellen und trotzdem wir uns eigentlich noch nie “siezten”, haben wir uns aufgrund des anstehenden Mandats darauf geeinigt.
Hier unsere Fragen:
Wir fallen gleich mal mit der Tür ins Haus und stellen die vermeintlich wichtigste Frage vorab: Was sind Ihre Beweggründe gegen das “Präsidentschaftskandidaten-Paket” anzutreten?
Seit der letzten Mitlgiederversammlung (Anm. d. Red.:20.09.2010) trage ich mich mit dem Gedanken für das Amt zum Vizepräsidenten zu kandidieren.
Am 31.10. habe ich mich definitiv dazu entschieden zu kandidieren.
Dann wurden letzten Freitag die Bewerbungen und die Bedingungen von Ingo Wellenreuther + Team bekannt.
Diese ultimativen Bedingungen halten mich nicht davon ab, meine Kandidatur aufrecht zu erhalten, denn
ich sehe meine Kandidatur nicht gegen das Team, sondern trete gegen die zwei Mitbewerber um ein Amt als Vizepräsident an.
Sie kennen aber auch die Aussage von Ingo Wellenreuther, dass er nur im Paket mit Günter Pilarsky und Georg Schattling zu haben ist. Wären Sie trotzdem bereit sich in dieses Team zu integrieren? Wenn ja, wo sehen sie ihre Stärken in dieser Konstellation?
Ingo Wellenreuther und ich arbeiten trotz unterschiedlichen politischen Meinungen, in den gemeinderätlichen
Gremien kollegial und konstruktiv zusammen.
Wir kennen uns schon viele Jahre, darum gehe ich davon aus, das wir in einem gemeinsamen KSC-Präsidium
gut zum Wohle des Vereins zusammen arbeiten werden.
Meine Stärken sehe ich darin, zielorientiert an der Sache zu arbeiten.
In der Tagespresse wurde Ihnen eine besondere Nähe zu Fangruppierungen und zu “gewissen Unternehmerkreisen” bescheinigt. Sind Sie eigentlich Mitglied bei den Supporters, wie z.B. Herr Wellenreuther? Und was dürfen wir unter “gewissen Unternehmerkreisen” verstehen?
Nein, ich bin kein Supporters-Mitglied, ich bin Mitglied im Fanclub “Blau-Weiß statt Braun e.V.”.
“Gewisse Unternehmer” war nicht meine Wortwahl, aber ich habe natürlich als Unternehmer meine Kontakte zu anderen Unternehmern der Region, die sich seit Jahren finanziell für den KSC engagieren.
Mal angenommen Sie werden Vizepräsident und stehen plötzlich alleine da, was wäre dann?
Ob ich wirklich alleine dastehen würde, wird sich zeigen. Auf jeden Fall würde ich dann adäquat auf diese Situation reagieren und handeln. Aber ich gehe im Moment davon aus, dass es nicht soweit kommen wird.
Und was wird aus dem Verwaltungsrats-Kandidaten Lüppo Cramer?
Meiner Kandidatur zur VWR-Wahl habe ich parallel zu meiner Bewerbung für das Amt des Vizepräsidenten zurück gezogen.
Wo sehen Sie sportlich, strukturell und finanziell den KSC in 5 Jahren?
Zunächst mal kandidiere ich für die nächsten zwei Jahre, daher kann ich auch nur für diesen Zeitraum antworten.
Die heutigen Vereinsstrukturen des KSC passen gut für einen Amateurverein, aber nicht mehr für einen Profi-Verein der einem Wirtschaftsunternehmen gleich zu setzen ist. Wir müssen so schnell wie möglich und trotzdem gut vorbereitet eine neue Struktur für den Profi-Bereich auf den Weg bringen.
Mit der Einrichtung einer Satzungskomission geht der Verein den ersten Schritt in diese Richtung.
Die Lieblingsfrage an alle KSC-Fans kommt natürlich zum Schluß. Ihr “erstes Mal” Herr Cramer?
Mein erstes Spiel im Wildparkstadion habe ich am 2. Februar 1960 gesehen.
Wir haben gegen Bayern Hof gespielt und 10 : 1 gewonnen.
Heinz Beck (4), Heinz Schmitt (4), Reinhold Wischnowski (1), Willi Reitgassl (1)
seit damals hat mich der KSC nicht mehr losgelassen.
Lüppo Cramer ist 62 Jahre alt. Sein gelernter Beruf ist Offsetdrucker.
Er ist Gründer und Inhaber eines gleichnamigen Betriebes in der Druck- und Papierbranche.
Herr Cramer ist Mitglied im Karlsruher Gemeinderat seit 1980 und seit 9 Jahren im Verwaltungsrat des KSC.